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Am Glück vorbei   By: (1861-1924)

Book cover

First Page:

Am Glück vorbei

Roman von Clara Sudermann

[Illustration]

Peter J. Oestergaard Verlag Berlin Schöneberg

Alle Rechte einschließlich Übersetzung, Dramatisierung und Verfilmung vorbehalten

Erschienen in der »Wiener Mode« unter dem Titel »Die Siegerin«

Copyright 1920 by Dr. P. Langenscheidt, Berlin

Druck von Hallberg & Büchting (Inh.: L. A. Klepzig), Leipzig.

Der Oberförster Hagedorn war von einer mehrtägigen Inspektionsfahrt durch Wälder, die er außeramtlich verwaltete, heimgekommen und hatte es sich in seinem Zimmer, dem eigentlichen Wohnzimmer der Familie bequem gemacht.

Über dem großen Rundtisch mit seiner grauen Marmorplatte brannte die Hängelampe, der altmodische Messing Teekessel summte, und der Kaffee, den Fräulein Perl, des Hauses getreue Hüterin, zu brühen begonnen hatte, duftete. Die Windstöße, die gegen die Holzläden dröhnten, der Regen, der klatschend auf die Fensterbleche fiel, und das Brausen der Waldbäume jenseits des Weges machten es drinnen noch behaglicher. Der Oberförster, seine Tochter Maggie und Fräulein Perl tranken ihren Kaffee in vollem Verständnis dieser Wohlgeborgenheit und störten nur hier und da durch ein Wort die gemütliche Stille.

Der Oberförster lag müde und breit in seinem Großvaterstuhl. Sein verwittertes Gesicht mit den kleinen grauen Luchsaugen war eitel Behagen, und der Teckel »Max«, der sich auf seinem Schoß zusammengerollt hatte, machte sich die gute Laune seines Herrn zunutze. Er wurde freundschaftlich geknufft und gestreichelt.

Sein Zwillingsbruder »Moritz« hatte es nicht so gut. Maggie, in einem niedrigen Schaukelstuhl lehnend, hob ihn an den Füßen auf, zauste ihn an den Ohren, küßte ihn auf die Schnauze, kniff ihn in den Schwanz, wie es ihr in dem faulenzenden Schweigen gerade einfiel.

»Komm mal her, Gretel!« rief dann der Vater hinüber. »Heut' spendier ich mir eine von den Festzigarren und dir eine Zigarette, na?«

Maggie sprang auf. Sie war mittelgroß, voll und geschmeidig, hatte ein warmgetöntes, klares Gesicht mit großen, grauen Augen und eine Fülle dunkel aschblonden Haares.

Der Vater sah sie wohlgefällig an und nickte mehrmals in Gedanken.

Maggie lachte hell.

»Wen hast du denn wieder für mich aufgestöbert, Papa?« fragte sie übermütig. »Wie ist er denn? Klug dumm, hübsch häßlich? Natürlich reich, aber wo?«

Der Oberförster machte ein verdrießliches Gesicht und sah nach Fräulein Perl, die schon ihr Strickzeug vorgenommen hatte.

»Aber Maggie! Wie kannst du nur ...« sagte diese wie auf Stichwort.

Maggie hantierte mit kurzen und energischen Bewegungen am Pfeifentisch herum, brachte die Zigarre, steckte sie an, nahm sich eine Zigarette und rückte mit ihrem Schemel zu dem Vater.

»Du weißt ja schon lange, daß ich dir über den Kopf gewachsen bin, Papachen!« sagte sie. »Also keine Feindschaft, und erzähle ... Warum machen wir uns heute einen Feiertag mit Rauchorgien und unserem liebenswürdigsten Gesicht, warum mustern wir unsere häßliche Zweite, als ob sie die schöne Älteste wäre, warum?«

»Na, mein Döchting, das war man so ... Aber was Nettes ist mir wirklich passiert. Also in Graventhin treffe ich wen? Ausgerechnet den Seckersdorf.«

»Ah ...« Die beiden Frauen riefen es erstaunt. Dann fragten sie gespannt durcheinander: »Also wirklich, Seckersdorf? Wollte der hierbleiben, wollte er Tromitten selbst übernehmen? Wie sah er in Zivil aus? War er noch ebenso still und ungeschickt? Merkte man ihm seinen künftigen Reichtum an? Hatte er Gertrud erwähnt?«

»Still! Still! Still ...« rief der Oberförster in das Gefrage. »Er ist ein netter anständiger Kerl, scheint was gelernt zu haben. Ob er hierbleibt, ist noch unbestimmt. Jedenfalls will er aufforsten lassen und hat mich gebeten, die Geschichte zu machen. Das wirft was ab. Und brauchen können wir ja so einen Extrazuschuß immer!«

Maggie sah nachdenklich in die Lampe... Continue reading book >>




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