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Beobachtungen über Oesterreichs Aufklärung und Litteratur   By: (1755-1798)

Beobachtungen über Oesterreichs Aufklärung und Litteratur by Aloys Blumauer

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[ Anmerkungen zur Transkription:

Schreibweise und Interpunktion des Originaltextes wurden übernommen; lediglich offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert. Eine Liste der vorgenommenen Änderungen findet sich am Ende des Textes.

Im Original fett gedruckter Text wurde mit = markiert. Im Original in Antiqua gedruckter Text wurde mit markiert. Griechischer Text wurde transliteriert und mit ~ markiert. ]

Beobachtungen über Oesterreichs Aufklärung und Litteratur.

Von Blumauer.

Wien, bey Joseph Edlen von Kurzbeck 1782.

In einem Staate, in dem von jeher Liebe zur Lektüre herrschte, in dem man von jeher die Schriften aller aufgeklärten Nationen las, um desto gieriger las, je mehr Schwierigkeiten die Neugierde der Leser reizten, in dessen aufgeklärterem Theile von jeher Grundsätze und Meinungen keimten, die jeder denkende Kopf wohl im Stillen hegen, aber nicht öffentlich ausbrechen lassen konnte, wo Wißbegierde dem starken Damm seit langer Zeit entgegen arbeitete, und dem Durchbrechen bereits nahe war; in so einem Staate mußte auf die Wegräumung der Hindernisse, und die Erweiterung der Preßfreyheit nothwendig eine Ueberschwemmung von Broschüren folgen.

Auf welchen hohen Grad schon vor dieser Epoche die Schreibbegierde der Schriftsteller des Landes gestiegen war, bewiesen die zahllosen Leichengedichte, Reden, Träume u. s. w. auf den Tod der seligen Kaiserinn, und der nicht zu bändigende Eifer, mit welchem viele derselben der Verstorbenen noch ins zweyte Jahr hinein nachleyerten. Der Werth dieser Gedichte, so verschieden er war, und so zweydeutig er allemal bey blossen Gelegenheitsgedichten seyn muß, eröffnete dennoch der inländischen Dichtkunst eine nicht zu verachtende Aussicht. Die Schreiblust war nun einmal rege, und sie schien nur eine kurze Zeit, wie in einer kurzen Sturm prophezeihenden Windstille zu lavieren, als ihr der Ruf der erweiterten Preßfreyheit auf einmal in die Segel blies. Die kleine Schrift: =über die Begräbnisse=, die am ersten von dieser grösseren Freyheit Gebrauch machte, war der Vorläufer, und gleichsam das Zeichen zum Angriff, das hundert Federn in Bewegung setzte. Man schrieb itzt, =von= allem, und =über= alles, man nahm den nächsten besten Gegenstand her, goß eine bald längere, bald kürzere, bald gesalzene, bald ungesalzene Brühe darüber, und tischte ihn dem damals noch sehr heißhungrigem Publikum zur Mahlzeit auf. Nichts war von nun an vor der rüstigen Feder der Autoren sicher: für 10. Kreuzer konnte man jeden Gegenstand, er mochte groß oder klein seyn, durchgebeutelt lesen, und ein vollständiges Verzeichniß all der =Von= und =Ueber=, die damals erschienen, würde ein Gemälde von der possierlichsten Komposition geben. Ich will zur Probe nur einige dieser Broschüren hersetzen:

=Ueber die Stubenmädchen in Wien.=

=Ueber die Kammerjungfern.=

=Ueber die Bürgermädchen.=

=Ueber die Halbfräulein.=

=Ueber die Fräulein in Wien.=

=Das Lamentabel der gnädigen Frauen.=

=Ueber die Schwachheiten der gnädigen Frauen des leonischen Adels.=

=Ueber den hohen Adel in Wien.=

=Ueber Doktoren, Chirurgen und Apotheker.=

=Den Hausherren im Vertrauen etwas ins Ohr.=

=Ueber die Kaufleute in Wien.=

=Ueber die Dikasterianten.=

=Ueber die Stutzer in Wien.=

=Ueber die Kaufmannsdiener.=

=Ueber die Schneider.=

=Ueber die Bäcker.=

=Ueber die Peruckenmacher.=

=Ueber die Friseurs.=

=Der ehrliche Wastel mit dem Klingelbeutel.=

=An H. S. Chef der Maulaffenloge auf dem Graben.=

=Ueber den Kleiderpracht im Prater.=

=Ueber die Unterhaltung bey der Tafel zu Schönbrunn.=

=Ueber den Schwimmer aus Tyrol beym Tabor.=

=Beurtheilung der Feuerwerke des Stuwer und Mellina.=

=Ueber die Hetze.=

=Kasperl, das Insekt unsers Zeitalters.=

=Ueber das Nationaltheater.=

=Ueber den Mißbrauch des Wörtchen Von und Euer Gnaden... Continue reading book >>




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