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Der Bankerott Eine gesellschaftliche Tragödie in fünf Akten   By:

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Der Bankerott.

Eine gesellschaftliche Tragödie in fünf Akten

von Florian Müller

Leipzig

Theodor Thomas.

1853.

Der Verfasser schuf vorliegendes Drama aus bildnerischem Triebe und keinem Sonderinteresse. Ob's zur Darstellung durch unsere Bühnen würdig und geschickt ist, überläßt er vertrauensvoll der Oeffentlichkeit. Mehr für seine Rechtfertigung oder Erläuterung zu sagen, erscheint ihm überflüssig. Wer die Gesellschaft in allen Regionen mit eigenen Augen und als Menschenfreund sah, wird sie ähnlich auffassen und in keiner Weise zweifeln, daß nicht Leute wie Albert, Marie, Vater Ziemens, Klaus in ganz analogen Verhältnissen, und von derselben Charactertiefe, existiren können.

Neujahr 1853.

FLORIAN MÜLLER.

Ah! quand verrai je enfin ma stérile patrie, Réformer de son goùt l'antique barbarie, Offrir un doux asile aux beaux arts négligés; Réchauffer leur ardeur, dans son sein protégés, Et, faisant refleurir l'esprit et le génie, Rendre la gloire aux arts, et les arts à la vie?

Frédéric II. (Epitre sur la liberté.)

Der Bankerott.

Personen

QUESTENBERG, großer Zeugfabrikant. DOCTOR QUESTENBERG, sein Sohn. BLASHAMMER, Banquier und Waffenfabrikant. ADELGUNDE, seine Tochter. V. ZITTERWITZ, Regierungsrath. JOHNSON, Capitalist. ALBERT, } KLAUS, } Arbeiter Questenberg's. VATER ZIEMENS, } MUTTER ZIEMENS. MARIE, deren Tochter. Ein Sänger, Herren und Damen als Gäste. Bediente, Arbeiter, Volk.

Zeit der Handlung im Jahre 1850.

Erster Akt.

Abtheilung I.

Comtoir Questenbergs. Im Hintergrunde Schränke mit Büchern, Akten, Modellen. An den Wänden hängen Zeichnungen von Maschinen. Ein Bureau links, auf dem ein geöffnetes Kontobuch liegt.

Abend, Licht.

Erste Scene.

QUESTENBERG; V. ZITTERWITZ.

V. ZITTERWITZ (unruhig auf und ab gehend). Man sprach von einem Deficit von 500,000 ich sagte: Kinder streicht eine Nulle weg, es sind höchstens 50,000, Questenberg war ein zu honnetter Fabrikant

QUESTENBERG. Ich vertraute zu sehr meiner eigenen Kraft! Der Unglückliche gleicht einem Kranken, der immer größere Hoffnungen an das Leben knüpft, je näher er dem Tode rückt . . .

V. ZITTERWITZ. Eine Million!

QUESTENBERG (seufzend). In Damastroben à la chinois .

V. ZITTERWITZ. Wie konnten Sie nur auf die Großen und Reichen dieser Zeit speculiren!

QUESTENBERG. Ich hoffte, daß die siegende Contrerevolution sie herausfordern würde, den Luxus zu verzehn oder verzwanzigfachen.

V. ZITTERWITZ. Naiv, naiv!

QUESTENBERG. Ja ich hoffte, es würde wieder so gehen, wie nach der Besiegung Napoleon's und der Stiftung der heiligen Alliance. Eine brillante Epoche! Da schäumte so manches Schweißtröpflein in den eifrigen Restaurationsküchen über den Kessel, kam denjenigen von uns Geschäftsleuten trefflich zu Statten, die mit dem Blend und Gaukelwerk ihrer Industrie danach zu haschen wußten.

V. ZITTERWITZ. Wer's heut zu etwas bringen will, muß ein geheimer Demagoge sein, muß auf die Eitelkeit, die Vorurtheile, die Ueppigkeit, Genußsucht, Trägheit, den Hochmuth, die Herrschsucht, mit einem Wort, auf die Confusion und den ausschweifenden Geist des untern Bürgerstandes und des gemeinen Mannes speculiren! Der geschickteste Gauner macht sich in dieser Richtung zum Herrn der Christenheit, wird Präsident, Kaiser und Papst.

QUESTENBERG. Herr Regierungsrath, geben Sie mir morgen noch 150,000 Thaler und Sie sollen über meine Demagogie erstaunen.

V. ZITTERWITZ (sich den Kopf haltend). Um Gottes Willen!

QUESTENBERG. Ich verfertige fortan die Damastrobe à la chinois statt für zwanzig Thaler, für zwanzig Silbergroschen die Elle. Das schimmernde Kleid der " l'état c'est nous " wird seiner Billigkeit wegen den Beifall unserer Kammernixen erhalten es giebt ja für sie weder politische noch sociale Bedenken! Sie kaufen und ich bin gerettet!

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