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Der Todesgruß der Legionen, 1. Band   By: (1829-1903)

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First Page:

Der Todesgruß der Legionen.

Zeit Roman

von

Gregor Samarow.

Erster Band.

Berlin, 1874.

Druck und Verlag von Otto Janke.

Erstes Capitel.

Am Ufer der Marne, in der Nähe der kreidereichen weißen Ebene der Champagne, liegt die alte Stadt Saint Dizier, ein kleiner Ort mit etwa fünftausend Einwohnern, deren Industrie zum großen Theil darin besteht die auf der Marne herabgeflößten Holzstämme in Bretter zu zerschneiden außerdem befinden sich dort berühmte Manufacturen von Eisenwaaren und durch diese Gewerbthätigkeit hat der ganze Ort trotz seiner geringen Ausdehnung, vielleicht gerade wegen derselben eine bedeutende Wohlhabenheit erreicht.

Die alte Stadt zieht sich mit ihren winkligen und ziemlich unregelmäßigen Straßen in einer verhältnißmäßig bedeutenden Längenausdehnung am Ufer der Marne hin. Auf dem höchsten Punkt liegt eine alte Kirche von hohen Bäumen umgeben, welche ebenso wie die Stadt selbst und deren altersgraues Rathhaus voll von historischen Erinnerungen ist, die innig mit großen Momenten der Geschichte Frankreichs zusammenhängen.

Schon von Alters her waren die Einwohner von Saint Dizier sehr streitbare und kriegerische Männer, man nannte sie im Mittelalter les bragars eine Zusammenziehung aus les braves gars und die bragars von Saint Dizier waren die treuesten und muthigsten Kämpfer Franz I.; sie hielten eine lange Belagerung Carl V. aus und leisteten dem Lande dadurch wichtige Dienste, für welche der ritterliche König sie mit verschiedenen bedeutenden Privilegien auszeichnete.

Diese stolzen Erinnerungen leben noch heute in den Bewohnern von Saint Dizier fort und so klein und unscheinbar die Stadt ist, so stolz blickt sie auf ihre Geschichte zurück und jeder Bürger von Saint Dizier macht das Wort Franz I.: "tout est perdu fors l'honneur" zu seiner Devise.

Die unmittelbare Umgebung der Stadt ist flach und eben; in einiger Entfernung erheben sich kleine Anhöhen mit niedrigen Laubwaldungen und Weinpflanzungen bedeckt. Dort befindet sich eine Wasserheilanstalt, welche wegen ihrer gesunden Luft und ihrer frischen Quellenbäder von den Bewohnern der Umgegend häufig besucht wird und während des Sommers die kleine Stadt mit dem bewegten Leben eines Badeortes erfüllt.

Es war an einem Februarabend des Jahres 1870.

Rauh und kalt wehte der Wind über die ebene Umgebung der Stadt; die Wellen der Marne vom Sturm gepeitscht schlugen an die Ufer und die dort aufgehäuften Holzblöcke; durch die in zerrissenen Flocken über den Himmel hinjagenden Wolken blickte von Zeit zu Zeit ein Strahl des Mondlichtes und erhellte einen Augenblick die öde und kalt daliegende Gegend.

Auf einem ebenen Wege am Flußufer, der an schönen Tagen für die Bewohner von Saint Dizier eine beliebte Promenade bildete, gingen langsam zwei Männer auf und nieder.

Beide waren hoch und kräftig gewachsen und wenn das Mondlicht vorübergehend ihre Gesichtszüge beleuchtete, so konnte man in denselben jenen eigenthümlichen Typus der norddeutschen Race erkennen. Der Eine von ihnen mochte etwa fünfundzwanzig Jahre alt sein; seine Gestalt war geschmeidig, seine Bewegungen elastisch und nicht ohne eine gewisse natürliche fast elegante Anmuth, welche nicht vollständig mit der Kleidung übereinstimmte, die er trug und die ungefähr diejenige des französischen Arbeiterstandes war.

Sein Gesicht war scharf geschnitten und drückte Intelligenz, Muth und Willenskraft aus; über der leicht aufgeworfenen Oberlippe kräuselte sich ein kleiner dichter Schnurrbart, volle blonde Locken quollen unter dem kleinen runden Hut hervor und in den großen blauen Augen lag eine gewisse schwärmerische Tiefe, verbunden mit scharfer Beobachtung, welche zuweilen den Ausdruck listiger Schlauheit annehmen konnte. Neben ihm schritt ein bedeutend älterer Mann von etwa vierzig bis fünfundvierzig Jahren. Sein Gesicht sah bereits ein wenig verwittert aus und zeigte weniger Intelligenz als das seines Begleiters, dagegen aber mehr von jener beinahe eigensinnigen Zähigkeit, welche dem norddeutschen, insbesondere dem niedersächsischen Bauernstamme eigen ist... Continue reading book >>




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