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Der Todesgruß der Legionen, 2. Band   By: (1829-1903)

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First Page:

Der Todesgruß der Legionen

Zeit Roman

von

Gregor Samarow.

Zweiter Band.

Berlin, 1874.

Druck und Verlag von Otto Janke.

Erstes Capitel.

An demselben Abend befanden sich in dem Gartensalon des Hotels in der Rue Mansart, welches der Regierungsrath Meding, der Vertreter des Königs von Hannover bewohnte, zwei Personen im ernsten Gespräch.

Herr Meding saß in einem Lehnstuhl zur Seite des runden Tisches, über dessen Mitte vom Plafond eine große Lampe mit breitem, flachem Glasschirm herabhing, ihm gegenüber lehnte in einer Chaiselongue, welche neben dem hellen Feuer eines jener altfranzösischen großen Kamine stand, der Graf von Chaudordy, der frühere Cabinetsrath unter Drouyn de L'huys, welcher jetzt als Minister plenipotentiaire zur Disposition gestellt war, sich aber stets im regen Verkehr mit der politischen Welt befand und eine neue Verwendung in der Diplomatie erwartete.

"Ich bedauere," sagte der Graf, "daß aus dem Project, Ihren emigrirten Landsleuten eine Colonie in Algier zu gründen, Nichts werden soll. Man hat sich hier allgemein so lebhaft dafür interessirt, und den armen Leuten, welche nun doch einmal ihr Vaterland verloren haben, würde dort Gelegenheit geboten worden sein, sich eine neue Existenz und vielleicht einen werthvollen Besitz zu schaffen; wir aber hätten durch so fleißige und tüchtige Colonisten für die öconomische Verwaltung Algiers viel gewonnen."

"Ich habe noch vor Kurzem," erwiderte Herr Meding, "mit dem Herrn Faré, dem Director im Ministerium der Finanzen, unter dem die algerische Verwaltung steht, und welcher lange Zeit die Civiladministration bei dem Marschall Mac Mahon geführt, ausführlich gesprochen auch der Marschall selbst, mit dem ich darüber conferirte, war, obwohl er eigentlich der civilen Colonisation Algeriens nicht besonders günstig ist, doch bereit, Alles für meine Landsleute zu thun, wozu er auch vom Kaiser noch ganz besonders aufgefordert ist, die Leute selbst wollen sehr gern nach Algerien, allein Seine Majestät hat dennoch das Project definitiv wieder aufgegeben."

"Ich begreife nicht warum," erwiderte der Graf von Chaudordy, "wenn der König daran denkt, jemals wieder für sein Recht unter irgend welchen Constellationen zu kämpfen, so muß er sich doch vor Allem diejenigen Leute erhalten, welche im Stande sind, ihm den Kern einer Armee zu bilden, die er dann durch weitere Emigranten oder durch Werbungen ergänzen könnte."

"Es scheint," erwiderte Herr Meding, "daß im Lande Hannover selbst sehr falsche Ideen über das Colonisationsproject verbreitet worden sind und daß der König in Rücksicht auf die allgemeine Abneigung, welche sich dort gegen dasselbe kund giebt, davon wieder Abstand genommen hat. Ich bedauere sehr," fuhr er fort, "daß man unter diesen Verhältnissen die Sache überhaupt angeregt hat. Ich komme hier dem Kaiser und der Regierung gegenüber in eine eigenthümliche Lage. Ich habe die Verhandlungen in Folge der vielfachen dringenden Depeschen des Grafen Platen so energisch als möglich betrieben und nun, nachdem alle Verhältnisse schon fast geordnet waren, wird die Sache wieder aufgegeben und zwar wie Graf Platen angiebt weil die Aufstellung einer hannöverschen Armee auf dem algerischen Territorium nicht thunlich sei. Ich verstehe eigentlich nicht, was man damit meint doch gleichviel, die Sache ist aufgegeben, die Emigration wird aufgelöst werden und damit ist, wie ich glaube, die Sache des Königs und der Kampf für dieselbe auch zu Ende. Denn wenn einmal Diejenigen, welche in jahrelangem Exil dem König treu geblieben sind, in alle Welt zerstreut werden, so wird das Volk in Hannover den Eindruck gewinnen, daß nunmehr der König die neue Ordnung der Dinge anerkannt habe."

"Es wäre vielleicht das Beste," erwiderte der Graf von Chaudordy, "wenn der König dies einfach thäte, sich in den Besitz seines großen Vermögens brächte und sich nach England zurückzöge, wo er ja immer eine große und ehrenvolle Stellung behält... Continue reading book >>




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