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Ein Bruderzwist in Habsburg   By: (1791-1872)

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First Page:

EIN BRUDERZWIST IN HABSBURG

von FRANZ GRILLPARZER

Trauerspiel in fuenf Aufzuegen

Personen:

Rudolf II., roemisch deutscher Kaiser Mathias und Max, seine Brueder Ferdinand und Leopold, seine Neffen Don Caesar, des Kaisers natuerlicher Sohn Melchior Klesel Herzog Julius von Braunschweig Mathes Thurn Ein Wortfuehrer der Boehmischen Staende [Graf Schlick] Seyfried Breuner Oberst Wallenstein Wolf Rumpf, des Kaisers Kaemmerer Oberst Ramee Ein Hauptmann Feldmarschall Russworm Prokop, ein Buerger von Prag Lukrezia, seine Tochter Ein Fahnenfuehrer Mehrere Soldaten, Buerger und Diener.

Erster Aufzug

Auf dem Kleinseiter Ring zu Prag.

Feldmarschall Russworm, ohne Waffen, von der Stadtwache gefuehrt, an deren Spitze eine Gerichtsperson. Rechts im Vorgrunde Don Caesar mit Begleitern. Frueher Morgen.

Gerichtsperson. Im Namen kaiserlicher Majestaet Ruf ich Euch zu: Lasst ab!

Don Caesar. Ich nicht, fuerwahr! Ihr gebet den Gefangnen denn heraus, Den man zurueckhaelt ohne Fug und Recht.

Gerichtsperson. Nach Recht und Urteil wie's der Richter sprach.

Don Caesar. So war das Urteil falsch, der Richter toll. Der Mann hat einen anderen erschlagen, Weil jener ihn erschlug, kam er zuvor nicht.

Gerichtsperson. Der Richter kam zuvor, haett' er's geklagt.

Don Caesar. Ha, Feiger Schutzwehr, die von Feigen stammt, Wer hat ein Schwert und bettelt erst um Schutz? Dann: wenn Belgioso fiel von seiner Hand, Geschah's auf mein Geheiss.

Russworm. Mit Gunst, Don Caesar. Ich war Euch stets mit Neigung zugetan, Als einem wackern Herrn von raschen Gaben, Wohl auch erkennend und mich gerne fuegend Dem was in Euch von hoeherm Stamm und Ursprung, Doch hat Feldmarschall Russworm seiner Tage Befehl gegeben andern oft und viel, Empfangen nie, als nur vom Heeresfuersten. Ob falsche Nachricht, Ohrenblaeser Tuecke Mich trieb zur Tat, die nun mich selbst verdammt, Ob meine Dienst' in mancher Tuerkenschlacht Ruecksicht verdienen, Mildrung und Gehoer, Das mag der Richter pruefen und erwaegen; Allein, dass Belgiojoso Euch im Weg, Euch Nebenbuhler war in Euerm Werben, Hat seinen Tod so wenig ihm gebracht, Als, war er's nicht, es ihn vom Tod errettet.

Don Caesar. Nun denn, so fasst mich auch und fuehrt mich mit! Denn wahrlich, haett' ihn dieser nicht getoetet, Belgioso fiel' durch mich, ich hatt's gelobt.

Gerichtsperson. Wir richten ob der Tat, den Willen Gott.

Don Caesar. Ich aber duld es nicht! Mit diesem Schwert Entreiss ich euch die Beute, die euch lockt. Setzt an! Auf sie! Macht den Gefangnen frei!

Gerichtsperson. Zu Hilfe der Gerechtigkeit!

(Buerger kommen aus ihren Haeusern.)

Russworm. Lasst ab! Ihr seid zu schwach und bringt die Stadt in Aufruhr. Steht meinen Feinden offen, nun wie vor, Des sonst so guet'gen, meines Kaisers Ohr, So rettet mich kein Gott. Lasst ab, lasst ab! Zu beten scheint jetzt noet'ger als zu fechten. Wo ist der Minorit?

Don Caesar. Und ich soll's ansehn, Es ansehn, ich, mit meinen eignen Augen?

(Lukrezia kommt mit ihrem Vater aus einem Hause rechts im Vorgrunde.)

Don Caesar. Ha Heuchlerin, so kommst du, dich zu weiden Am Unheil, das durch dich, um deinetwillen da? Sieh, dieser ist's, der deinen Buhlen schlug, Er tat's, nicht ich, doch freut mich was er tat Ein Ende setzte jenem naecht'gen Fluestern, Den Staendchen, dem Gekos', drob Aergernis Den Nachbarn kam, besorgt um scheue Toechter; Er tat's, und statt dafuer ihn zu belohnen, Schleppt man ihn vor den Richter und verdammt ihn.

Prokop (zur Gerichtsperson). Ist es gestattet, Herr, Auf offner Strasse Ehrbare Maedchen zu beschimpfen also?

Don Caesar. Ehrbare Maedchen? Ha sie taeuscht dich Alter, So wie sie mich getaeuscht und alle, alle Welt! Wohin nur geht ihr? Ja, zur Kirche wohl! Da weift sie ab die volle Suendenspule, Um neue drauf zu winden, still bemueht. Warum gehst du in Schwarz? Dir starb kein Blutsfreund. Register fuehr ich ueber alles Unheil, Das dich bedroht und das dich schon betraf. Kein Blutsfreund starb dir. Warum denn in Schwarz? Klagst du ob dem, den dieser Mann erschlug? Sprich ja, und dieses Schwert O Nacht und Greuel! Warum in Schwarz?

Prokop... Continue reading book >>




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