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Ein fröhlicher Bursch Eine Erzählung   By: (1832-1910)

Ein fröhlicher Bursch Eine Erzählung by Bjørnstjerne Bjørnson

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[ Anmerkungen zur Transkription:

Schreibweise und Interpunktion des Originaltextes wurden übernommen; lediglich offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert. Eine Liste der vorgenommenen Änderungen findet sich am Ende des Textes.

Im Original gesperrt gedruckter Text wurde so markiert. Im Original in Antiqua gedruckter Text wurde =so= markiert. ]

Ein fröhlicher Bursch

Eine Erzählung

von

Björnstjerne Björnson

Im Insel Verlag zu Leipzig

Pierersche Hofbuchdruckerei Stephan Geibel & Co. in Altenburg, S. A.

1

Öyvind hieß er, und er weinte, als er geboren wurde. Als er aber erst aufrecht auf dem Schoße der Mutter saß, lachte er, und wenn sie des Abends Licht anzündeten, lachte er so, daß es sang, weinte aber, als er nicht daran durfte. »Aus dem Jungen muß etwas Besondres werden,« sagte die Mutter.

Dort, wo er geboren war, ragte eine kahle Felswand empor, aber sie war nicht sehr hoch; Föhren und Birken sahen von oben herunter, der Faulbaum streute Blüten auf das Dach. Aber oben auf dem Dache lief ein kleiner Bock herum, den Öyvind fütterte; er sollte dort oben bleiben, daß er sich nicht verliefe, und Öyvind trug ihm Laub und Gras hinauf. Eines schönen Tages sprang der Bock herunter und lief auf den Berg hinauf; er kletterte geradeswegs in die Höhe und kam an einen Ort, wo er noch nie zuvor gewesen war. Öyvind sah den Bock nicht mehr, als er nach dem Abendbrot hinauskam, und dachte gleich an den Fuchs. Es lief ihm heiß über den ganzen Körper; er sah sich um und lockte: »Kille kille kille Böckchen!« »Bä ä ä ä!« sagte der Bock oben am Bergesrand, legte den Kopf auf die Seite und sah herab.

Aber neben dem Bock lag ein kleines Mädchen auf den Knien. »Gehört dir der Bock?« fragte sie. Öyvind stand da, sperrte Mund und Augen auf und steckte beide Hände in die Kittelhose, die er trug. »Wer bist du?« fragte er. »Ich bin Marit, Mutters Töchterchen, Vaters Fiedel, der Kobold im Hause, Ole Nordistuens Enkelin auf den Heidehöfen. Vier Jahre im Herbst, zwei Tage nach den Frostnächten, ich!« »Bist du die ?« sagte er und schöpfte Atem, denn er hatte nicht zu atmen gewagt, solange sie sprach.

»Gehört der Bock dir?« fragte das Mädchen noch einmal. »Jawohl,« sagte er und sah hinauf. »Ich möchte den Bock so gern haben willst du ihn mir nicht schenken?« »Nein, das will ich nicht.«

Sie lag da und wackelte mit den Beinen und sah zu ihm hinunter, und dann sagte sie: »Aber wenn du einen Butterkringel für den Bock bekommst, kann ich ihn dann bekommen?« Öyvind war armer Leute Kind, er hatte nur einmal in seinem Leben einen Butterkringel gegessen; das war, als der Großvater zu Besuch gekommen war, und etwas Ähnliches hatte er nie, weder früher noch später, gegessen. Er sah zu dem Mädchen hinauf: »Laß mich den Kringel erst einmal sehen,« sagte er. Das ließ sie sich nicht zweimal sagen, sie zeigte ihm einen großen Kringel, den sie in der Hand hielt. »Hier ist er,« sagte sie und warf ihn hinab. »Ach! er ist zerbrochen,« sagte der Junge; sorgfältig sammelte er jeden Bissen auf; den allerkleinsten mußte er schmecken, und der war so gut, daß er noch einen schmecken mußte, und ehe er sichs versah, hatte er den ganzen Kringel verputzt.

»Jetzt gehört der Bock mir,« sagte das Mädchen. Dem Knaben blieb der letzte Bissen im Munde stecken, das Mädchen lag da und lachte, der Bock stand daneben mit weißer Brust und braunschwarzem Haar, legte den Kopf auf die Seite und sah herüber.

»Könntest du nicht ein wenig warten?« bat der Knabe; das Herz fing ihm an zu klopfen. Da lachte das Mädchen noch mehr und richtete sich schnell auf den Knien auf. »Nein, der Bock gehört mir,« sagte sie und schlang die Arme um seinen Hals, löste eins ihrer Strumpfbänder und band es ihm um... Continue reading book >>




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