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Kriegsbüchlein für unsere Kinder   By: (1852-1929)

Book cover

First Page:

Kriegsbüchlein

für unsere Kinder

Von

Agnes Sapper

1914

Meinen lieben Enkeln

Theo Otto Eduard

gewidmet im Kriegsjahr 1914

Inhaltsverzeichnis

Heimkehr aus Österreich Der 4. August Das Pfarrhaus in Ostpreußen Die Konservenbüchsen Zu welcher Fahne? Der kleine Franzos In Gefangenschaft Der junge Professor Allerlei Kriegsbilder

Die Heimreise aus Österreich

"Ist das ein köstlicher Friede hier oben! Kinder, wie haben wir's gut, wie wollen wir die vier Wochen genießen!" Frau Lißmann stand auf der Altane eines kleinen Bauernhauses in einem weltentlegenen österreichischen Dörfchen. Sie war am Vorabend mit ihren zwei jüngsten Kindern hierher in die Sommerfrische gekommen. Die Kinder ein Knabe von zehn und ein Mädchen von zwölf Jahren sahen auch aus, als ob sie eine Erfrischung brauchten. Beide hatten im Frühjahr Scharlachfieber gehabt und sich schwer davon erholt; auch die Mutter war angegriffen durch die Pflege. So hatte Herr Lißmann, der in München Lehrer an einer Kunstschule war, für diese drei Glieder seiner Familie einen stillen Sommeraufenthalt in den Tiroler Bergen ausgewählt. Er selbst hatte Ende Juli eine Studienreise nach Paris angetreten. Sein ältester Sohn Ludwig war in Passau, wo er sein Einjährigenjahr abdiente. Es blieb noch Philipp, der siebzehnjährige, der Gymnasiast, zu versorgen. Der wäre wohl gerne mit Mutter und Geschwistern ins Gebirge gereist; allein er war ein etwas leichtsinniger Schüler und hatte im Schuljahr so wenig gearbeitet, daß er in den Ferien lernen mußte. So übergaben ihn die Eltern einem Lehrer, der alljährlich eine Anzahl Ferienschüler aufnahm, und Philipp mußte sich darein ergeben, statt nach Tirol oder gar nach Paris nach Hinterrohrbach zu reisen!

Wieviel hatten all diese Pläne zu überlegen gegeben, und welche Mühe war es gewesen, für die nach verschiedenen Richtungen Abreisenden alles Nötige herbeizuschaffen und die Koffer zu packen! Und dann die große Wohnung abzuschließen und alles gut zu versorgen für die lange Ferienzeit! Kein Wunder, daß Frau Lißmann jetzt, nachdem all das hinter ihr lag, aufatmete und mit Wonne in die stille Landschaft blickte.

"Herrlich ist's!"

Auf diesen Ausruf der Mutter waren beide Kinder herbeigeeilt und auf die Altane getreten. Wie schön war's, die Mutter für sich zu haben, die Mutter, die nun Zeit und Ruhe hatte und so beglückt in die schöne Landschaft hinausschaute.

Ja, es war herrlich; zwar regnete es die ersten Tage, und in dem Dörfchen wurden die Wege bodenlos; aber man war doch traulich beisammen, konnte sich recht ausruhen und erholen. Nur eins vermißten unsere Sommerfrischler: Nachricht von den fernen Lieben. Man war wie von den Menschen abgeschlossen, in diesem von der Bahn weit abliegenden Örtchen, in das nur zweimal wöchentlich ein Postbote kam.

Eines Morgens brach die Sonne durch, wärmte, trocknete und vertrieb die Nebel. Die bisher verhüllten Bergspitzen hoben sich vom tiefblauen Himmel ab und lockten hinaus. So wurde denn auch für den nächsten Tag ein großer Ausflug geplant, und am frühen Morgen brachen sie auf, die Mutter, Karl und Lisbeth mit Bergstöcken bewaffnet, mit Rucksäcken versehen. Ihr Ziel war der Bergpaß, von dem aus man hinübersehen konnte in die Gletscher der Venedigergruppe. Gute Fußgänger machten das leicht in einem halben Tag, aber sie wollten sich einen ganzen Tag dazu nehmen und auf der Paßhöhe übernachten, wo eine einfache Unterkunft für Sommergäste war und von wo aus sie am nächsten Morgen den Sonnenaufgang sehen konnten. "Wenn es uns gar zu gut gefällt dort oben, bleiben wir vielleicht zweimal über Nacht, also haben Sie keine Sorge um uns," sagte die Mutter noch beim Abschied zu der freundlichen Bäuerin, bei der sie wohnten.

Wie war das schön für unsere drei Sommerfrischler, auf dem Bergsträßchen, das sachte anstieg, immer weiter hinter in das enge Tal, immer näher auf die hohen Berge zu zu marschieren! Hie und da traf man auch andere Wanderer, die den schönen Tag benützten... Continue reading book >>




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