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Sappho Ein Trauerspiel in fünf Aufzügen   By: (1791-1872)

Book cover

First Page:

SAPPHO

FRANZ GRILLPARZER

Trauerspiel in fuenf Aufzuegen

Dem Herrn Carl August West widmet diesen seinen zweiten dramatischen Versuch, als Zeichen der Dankbarkeit und Freundschaft,

der Verfasser.

Personen:

Sappho Phaon Eucharis und Melitta, Dienerinnen Sapphos Rhamnes, Sklave Ein Landmann Dienerinnen, Knechte und Landleute

Erster Aufzug

Freie Gegend. Im Hintergrunde das Meer, dessen flaches Ufer sich gegen die linke Seite zu in felsichten Abstufungen emporhebt. Hart am Ufer ein Altar der Aphrodite. Rechts im Vorgrunde der Eingang einer Grotte mit Gestraeuch und Eppich umwachsen; weiter zurueck das Ende eines Saeulenganges mit Stufen, zu Sapphos Wohnung fuehrend. Auf der linken Seite des Vorgrundes ein hohes Rosengebuesch mit einer Rasenbank davor.

Erster Auftritt

Zimbeln und Floeten und verworrener Volkszuruf in der Ferne. Rhamnes stuerzt herein.

Rhamnes. Auf, auf vom weichen Schlaf! Sie kommt, sie naht! O dass doch nur die Wuensche Fluegel haben Und traeg der Fuss, indes das Herz lebendig. Heraus ihr faulen Maedchen! Zoegert ihr? Der trifft euch nicht, der Jugend vorschnell nennt.

(Eucharis, Melitta und Dienerinnen aus dem Saeulengange.)

Melitta. Was schiltst du uns, da sind wir ja!

Rhamnes. Sie naht.

Melitta. Wer? Goetter!

Rhamnes. Sappho naht!

Geschrei (von innen). Heil, Sappho, Heil!

Rhamnes. Jawohl, Heil, Sappho, Heil! Du braves Volk!

Melitta. Doch was bedeutet

Rhamnes. Nun bei allen Goettern Was fraegt das Maedchen auch so wunderlich. Sie kehret von Olympia, hat den Kranz, Den Kranz des Sieges hat sie sich errungen; Im Angesicht des ganzen Griechenlands, Als Zeugen edlen Wettkampfs dort versammelt, Ward ihr der Dichtkunst, des Gesanges Preis. Drum eilt das Volk ihr jauchzend nun entgegen, Schickt auf des Jubels breiten Fittichen Den Namen der Beglueckten zu den Wolken. Und diese Hand war's, ach, und dieser Mund, Der sie zuerst der Leier Sprach' entlocken Und des Gesanges regellose Freiheit Mit suessem Band des Wohllauts binden lehrte.

Volk (von innen). Heil Sappho, Sappho Heil!

Rhamnes (zu den Maedchen). So freut euch doch! Seht ihr den Kranz?

Melitta. Ich sehe Sappho nur! Wir wollen ihr entgegen!

Rhamnes. Bleibt nur, bleibt! Was soll ihr eurer Freude schlechter Zoll? Sie ist an andern Beifall nun gewohnt! Bereitet lieber alles drin im Hause, Nur dienend ehrt der Diener seinen Herrn.

Melitta. Siehst du an ihrer Seite

Rhamnes. Was?

Melitta. Siehst du? Hoch eine andre, glaenzende Gestalt, Wie man der Leier und des Bogens Gott Zu bilden pflegt!

Rhamnes. Ich sehe! Doch ihr geht!

Melitta. Und erst nur riefst du uns!

Rhamnes. Ich rief euch, ja! Ihr solltet wissen, dass die Herrin naht, Ihr solltet wissen, dass euch Freude Pflicht, Doch freuen moegt ihr euch nur drin im Haus. Der Mann mag das Geliebte laut begruessen, Geschaeftig fuer sein Wohl liebt still das Weib.

Melitta. So lass uns nur

Rhamnes. Nicht doch! Nur fort, nur fort! (Er treibt die Maedchen fort.) Nun mag sie kommen, nun wird Albernheit Ihr vorlaut nicht die schoene Feier stoeren.

Zweiter Auftritt

Sappho, koestlich gekleidet, auf einem mit weissen Pferden bespannten Wagen, eine goldne Leier in der Hand, auf dem Haupte den Siegeskranz. Ihr zur Seite steht Phaon in einfacher Kleidung. Volk umgibt laut jubelnd den Zug.

Volk (auftretend). Heil Sappho, Heil!

Rhamnes (sich unter sie mischend). Heil Sappho, teure Frau!

Sappho. Dank Freunde, Landsgenossen Dank. Um euretwillen freut mich dieser Kranz Der nur den Buerger ziert, den Dichter drueckt, In eurer Mitte nenn ich ihn erst mein. Hier, wo der Jugend traeumende Entwuerfe, Wo des Beginnens schwankendes Bestreben, Wo des Vollbringens wahnsinngluehnde Lust Mit eins vor meine trunkne Seele treten, Hier, wo Zypressen von der Eltern Grab Mir leisen Geistergruss herueberlispeln, Hier, wo so mancher Fruehverblichne ruht Der meines Strebens, meines Wirkens sich erfreut, In eurem Kreis, in meiner Lieben Mitte, Hier duenkt mir dieser Kranz erst kein Verbrechen, Hier wird die frevle Zier mir erst zum Schmuck... Continue reading book >>




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