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Unsichtbare Bande Erzählungen   By: (1858-1940)

Book cover

First Page:

Anmerkungen zur Transkription:

Passagen, die im Original nicht in Fraktur gedruckt waren, sind hier mit »« gekennzeichnet. Passagen, die im Originaltext gesperrt gedruckt waren, sind hier mit » « gekennzeichnet. Weitere Anmerkungen befinden sich am Ende des Textes.

Unsichtbare Bande

Erzählungen von Selma Lagerlöf

Deutsch von Marie Franzos

[Illustration: Verlags Signet]

Leipzig / Hesse & Becker Verlag

Inhalt

Seite

Peter Nord und Frau Fastenzeit 7 Die Legende vom Vogelnest 57 Das Hünengrab 67 Die Vogelfreien 90 Reors Geschichte 114 Waldemar Attertag brandschatzt Visby 120 Mamsell Friederike 126 Der Roman einer Fischersfrau 136 Mutters Bild 147 Ein gefallener König 154 Ein Weihnachtsgast 179 Onkel Ruben 189 Das Flaumvögelchen 199 Unter den Kletterrosen 234 Die Grabschrift 239 Römerblut 251 Die Rache bleibt nicht aus 269 Die Geisterhand 277

Peter Nord und Frau Fastenzeit

I

So traulich wie ein Heim steht das kleine Städtchen vor mir. Es ist so klein, daß ich alle seine Winkel und Ecken kennen lernen, mit jedem Kinde gut Freund werden und alle Hunde beim Namen rufen konnte. Wer über die Straße ging, wußte, bei welchem Fenster er den Blick aufschlagen mußte, um ein schönes Gesicht hinter der Scheibe zu erblicken, und wer durch den Stadtpark wanderte, kannte die Zeit, wann er da gehen mußte, um die Person zu treffen, die er treffen wollte.

Auf die schönen Rosen im Nachbargarten war man fast ebenso stolz, als wenn sie im eignen gestanden hätten. Geschah etwas, was kleinlich oder gewöhnlich war, so schämte man sich, als wäre es in der eignen Familie passiert, aber bei dem allergeringsten Ereignis, einer Feuersbrunst oder einer Marktschlägerei, brüstete man sich und sagte: »Seht nur, welches Gemeinwesen! Geschehen solche Dinge anderswo? Welche wunderbare Stadt!«

Und in dieser meiner geliebten Stadt verändert sich nichts. Komme ich wieder einmal hin, so werde ich dieselben Häuser und Kaufläden wiederfinden, die ich von altersher kenne, dieselben Gruben im Steinpflaster werden mich zu Fall bringen, dieselben steifen Lindenhecken, dieselben rundgeschnittenen Fliedersträucher meinen bewundernden Blick fesseln. Wieder werde ich sehen, wie der alte Ratsherr, der die ganze Stadt regiert, mit elefantenschweren Schritten die Straße hinabgewandert kommt. Patriarch und Vorsehung, welch ein Gefühl der Sicherheit hat man nicht, wenn man dich so wandern sieht! Und der taube Halfvorson wird noch immer in seinem Garten umhergehen und graben, während seine wasserklaren Augen suchend starren, als wollten sie sagen: »Alles, alles haben wir durchforscht, jetzt Erde, wollen wir uns bis in dein Innerstes bohren.«

Aber wer nicht mehr da sein wird, das ist der kleine runde Peter Nord. Ihr wißt doch, der kleine Wermländer, der in Halfvorsons Kramladen stand, er, der die Kunden mit seinen kleinen mechanischen Erfindungen und seinen weißen Mäusen unterhielt. Von ihm ist eine ganze Geschichte zu erzählen. Über alles und alle in der Stadt gibt es Geschichten. Nirgends geschehen so wunderliche Dinge.

Er war ein Bauernjunge, der kleine Peter Nord. Er war klein und rund, er war braunäugig und hatte ein lachendes Gesicht. Sein Haar war heller als Birkenlaub im Herbst, die Wangen waren rot und flaumig. Und ein Wermländer war er. Niemand, der ihn sah, konnte glauben, daß er aus einem andern Lande komme. Mit prächtigen Eigenschaften hatte ihn die treffliche Heimat ausgerüstet... Continue reading book >>




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