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Von Haparanda bis San Francisco Reise-Erinnerungen   By: (1860-1927)

Book cover

First Page:

Von Haparanda bis San Francisco.

Reise Erinnerungen

von Dr. phil. Ernst Wasserzieher

Oberhausen im Rheinland.

Witten 1902.

Druck und Verlag der Märckischen Druckerei und Verlags Anstalt Aug. Pott.

Meinem lieben Kleeblatt Karl, Ernst und Hans gewidmet.

Die folgenden Blätter, eine kleine Auswahl meiner Reise Erinnerungen aus einem Vierteljahrhundert, sollen in ersten Linie ein herzlicher Gruß sein für meine Freunde nah und fern! Die meisten der Aufsätze und Skizzen sind schon veröffentlicht, z.B. in der Münchener Allgemeinen Zeitung, im Hamburger Correspondenten, in Kölner, Flensburger und Wittener Blättern, sowie in der Touristen Zeitung. Sollte dies anspruchslose Bändchen Anklang finden, so wird vielleicht eine zweite Sammlung folgen.

Oberhausen (Rheinland), im Dezember 1901.

Ernst Wasserzieher.

"Wem Gott will rechte Gunst erweisen, Den schickt er in die weite Welt."

Josef von Eichendorff.

I.

Ueber das Reisen

Einige Aussprüche hervorragender Männer und Frauen.

Daß das Reisen eine Kunst sei, wie andre, die gelernt sein will, die viele aber nie lernen das ist eine Wahrheit, die manchen eine Thorheit erscheinen mag. Da wußte die "Frau Rat" besser, welcher Unterschied zwischen Reisen und Reisen sei! "Wenn mein Wolfgang nach Mainz reist", sagte sie einmal, "so hat er mehr gesehen, als wenn andre nach Neapel reisen." Freilich, mit solchen Augen wie Wolfgang Goethe ist kein Reisender begabt; er sah als Maler, als Dichter, als Naturforscher, als Psycholog und als Mensch. "Man darf nur auf der Straße wandern und Augen haben ," schreibt er am 19. März 1787 von Neapel in die Heimat, "man sieht die unnachahmlichsten Bilder." Der gewöhnliche Reisende begnügt sich etwas erzählen zu können nach gethaner Reise , aber was? und wie? erzählen! Darum erreichen auch die, welche das Reisen als Mittel zur Bildung benutzen wollen, häufig ihren Zweck nicht. Das liegt nicht am Reisen, sondern an ihnen. "Das Reisen als solches ist noch nicht bildend, es kommt auf das Bewußtsein an, womit der Reisende, was sich ihm darbietet, erfaßt." (Rosencranz i.d. Vorrede S. VII zu Kants Werken Bd. IV.) Für die Menschenkenntnis und ihre Vertiefung möchte ich dem Reisen nur einen sehr geringen Einfluß beimessen. Denn die menschlichen Leidenschaften sind überall dieselben; nur die Erscheinungsformen wechseln. Wer einige, wenige Menschen lange studiert, wird die menschliche Natur besser und tiefer erfassen, als wer viele Menschen nur obenhin kennen lernt, wie es doch auf Reisen zu sein pflegt.

Also, wer blos oder vornehmlich Menschen kennen lernen will, der bleibt besser zu Hause. Aber Geschichte, Kunst, Natur, Landschaft wiegt das bisweilen nicht Menschen auf? Fontane klagt zwar mit Recht in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg (II. 44), daß "nicht vielen der Sinn für Landschaft aufgegangen sei; Erwachsene haben ihn selten, Kinder beinah nie." Und doch muß man annehmen, daß ästhetische Gründe dem Reisen der meisten unserer Landsleute Vorschub leisten, denn von denen, die ihrer Gesundheit wegen etwa ein Bad aufsuchen müssen, oder gar von denen, die ihres Geschäftes wegen reisen, reden wir hier nicht. Die Franzosen, überhaupt die Romanen, haben diesen Sinn wenig ausgebildet; nur eine Angehörige jener Nationen konnte behaupten, das Reisen sei das elendeste aller Vergnügen (Frau v. Stael in ihrer Corinna.) Ein anderer Franzose wirft seinen Landsleuten vor, daß sie sowohl in Bezug auf ihr Vaterland als auch auf die übrigen Länder durch Unwissenheit glänzten. Beides hängt vielleicht mit einander zusammen; "erst die Fremde", sagt Fontane, "lehrt uns, was wir an der Heimat besitzen." Die schottischen Seeen erweckten in ihm erst das volle Gefühl für die Reize der Seeen in der Mark Brandenburg und reiften in ihm den Entschluß, ihnen das zu werden, was Walter Scott jenen ist. Der Reisende in der Mark muß freilich eine feinere Art von Natursinn besitzen als der Reisende am Rhein; die Schönheiten der Gegend von Bingen bis Coblenz drängen sich auch dem nur rohausgebildeten Landschaftssinn auf; sie packen, überwältigen, reißen hin; die Schönheiten der märkischen Landschaft, ferner der Gegenden am Niederrhein wollen ergriffen, studiert sein... Continue reading book >>




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