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Weihnachtserzählungen   By:

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Anmerkungen zur Transkription:

Das Inhaltsverzeichnis ist im Original auf der letzten Seite zu finden. Die Rechtschreibung der Originalausgabe wurde erhalten, lediglich offensichtliche Druckfehler wurden in einigen Fällen korrigiert.

Geschachtelte An und Ausführungszeichen folgen nicht modernen Standards, mehrere Anführungszeichen können durch das selbe Ausführungszeichen geschlossen werden.

Mit Unterstrichen gekennzeichnete Textstellen sind im Original gesperrt gedruckt.

Weihnachtserzählungen

von

Adolf Schwayer

Mit Bildschmuck von Prof. Franz Kuna

Sechstes bis sechzehntes Tausend

Linz a. D., 1920

Verlag von R. Pirngruber

Alle Rechte vorbehalten.

Copyright by R. Pirngruber

Linz a. D., 1920

Druck von Franz Kling, Urfahr Linz

Inhalt.

Seite Im Sturm 3 Weihnachtszauber 23 Der Weg zurück 35 Wie Herr Schoißengeyer zu einem Christkindl kam 49 Assistent Frickenberg 66 Ein Egoist der Liebe 85 Frau Bettis Christgeschenk 97 Der Wohltäter 109 Am Wege 122 Das goldene Seil 134 Eine Insel der Seligen 148

Im Sturm.

Ihn fror in seinem dünnen Fähnchen, einem grauen fadenscheinigen Havelock, der im Novembersturme flatterte wie eine altgediente Kriegsflagge.

»Ist eine Kunst!« knurrte er und meinte damit den Sturm, den ungebärdig wilden. Um die dürren Blätter von den zitternden Zweigen zu reißen und die blassen Spätrosen zu erschrecken, die noch irgendwo draußen wehmütig träumen mochten, bedurfte es dieses unsinnigen Grimmes nicht. Und um das graue Wolkengesindel dort droben, das Schnee niederregnen ließ, vor sich herzujagen, brauchte er die Backen auch nicht gar so voll zu nehmen, der wüste Kraftgeselle, der!

Wildjauchzend fuhr der Verhöhnte um die Straßenecke und lehnte den blassen jungen Mann, der durchaus kein Schwächling war an die Wand. Und neben ihm klatschte ein schneefeuchtes Blatt an die triefende Mauer. So klebten sie, Mann und Blatt, im gewaltsamen Drucke des Sturmes einen Augenblick lang nebeneinander.

Da mußte er auflachen, ganz grimmig. Dann drohte er mit der Faust gegen den grauen Himmel und drückte sich das Atemholen des Sturmes benützend, sachte um die gefährliche Ecke.

Fest, krampfhaft fest, hielt dabei die schier erstarrte Faust das Guldenstück, das er sich kurz vorher von einem Bundesbruder gepumpt hatte. Zu den Taschen seiner Hose hatte er kein rechtes Vertrauen mehr und die Geldbörse lag zu Hause lange gut. Die grinste ihn jedesmal, wenn er sie hervorzog, gar zu höhnisch an: sie war leer wie das absolute Nichts.

Auch sein Winterrock hatte es besser als er: der »studierte« einstweilen auch und war hübsch warm aufgehoben wo, ist leicht zu erraten. Viel weniger »schön« mochte er vielleicht nicht sein als der flatternde Sommermantel da aber warm!

Wärme! Wärme mußte wenigstens seine Mutter haben. Darum hatte er ja den Gulden gepumpt von dem flotten Farbenbruder, dem guten wohlgemästeten Ritschmayer. Und der gab bereitwillig und gab lachend. Und das war schön von ihm. Er wollte kein Mitleid sehen, kein Mitleid fühlen der trotzige Lebenskünstler im Havelock. Das wußte der dicke gemütliche Ritschmayer; darum gab er lachend, trotzdem ihm der »stiere« Theobald Volkmar noch zehn Gulden schuldete, die er gebraucht hatte für die Taxe zum letzten Rigorosum.

Jetzt jagte ihn der Sturm in eine Seitengasse... Continue reading book >>




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