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Zu Guter Letzt   By: (1832-1908)

Book cover

First Page:

Zu guter Letzt

[Illustration: Wilh. Busch.]

Zu guter Letzt

von

Wilhelm Busch.

Mit dem Portrait des Verfassers.

31stes bis 35stes Tausend.

München. Verlag von Fr. Bassermann. 1905.

Alle Rechte vorbehalten.

Halt dein Rösslein nur im Zügel, Kommst ja doch nicht allzuweit. Hinter jedem neuen Hügel Dehnt sich die Unendlichkeit.

Nenne Niemand dumm und säumig, Der das Nächste recht bedenkt. Ach, die Welt ist so geräumig, Und der Kopf ist so beschränkt.

Dies für Den und Das für Jenen. Viele Tische sind gedeckt. Keine Zunge soll verhöhnen, Was der andern Zunge schmeckt.

Lasse Jedem seine Freuden, Gönn ihm, daß er sich erquickt, Wenn er sittsam und bescheiden Auf den eignen Teller blickt.

Wenn jedoch bei deinem Tisch er Unverschämt dich neckt und stört, Dann so gieb ihm einen Wischer, Daß er merkt, was sich gehört.

Nirgend sitzen todte Gäste. Allerorten lebt die Kraft. Ist nicht selbst der Fels, der feste, Eine Kraftgenossenschaft?

Durch und durch aus Eigenheiten, So und so zu sein bestrebt, Die sich lieben, die sich streiten, Wird die bunte Welt gewebt.

Hier gelingt es, da mißglückt es. Wünsche finden keine Rast. Unterdrücker, Unterdrücktes, Jedes Ding hat seine Last.

Der Fährmann lag in seinem Schiff Beim Schein des Mondenlichts, Als etwas kam und rief und pfiff Doch sehen that er nichts.

Ihm war, als stiegen hundert ein. Das Schifflein wurde schwer. Flink, Fährmann, fahr uns übern Rhein, Die Zahlung folgt nachher.

Und als er seine Pflicht gethan, Da ging es klinglingling, Da warf ein Goldstück in den Kahn Jedwedes Geisterding.

Husch, weg und weiter zog die Schar. Verwundert steht der Mann: So Seelen sind zwar unsichtbar Und doch ist etwas dran.

Ob er gleich von hinnen schied, Ist er doch geblieben, Der so manches schöne Lied Einst für uns geschrieben.

Unser Mund wird ihn entzückt Lange noch erwähnen, Und so lebt er hochbeglückt Zwischen hohlen Zähnen.

Ein Künstler auf dem hohen Seil, Der alt geworden mittlerweil, Stieg eines Tages vom Gerüst Und sprach: Nun will ich unten bleiben Und nur noch Hausgymnastik treiben, Was zur Verdauung nöthig ist. Da riefen alle: Oh, wie schad! Der Meister scheint doch allnachgrad Zu schwach und steif zum Seilbesteigen! Ha! denkt er, dieses wird sich zeigen! Und richtig, eh der Markt geschlossen, Treibt er auf's neu die alten Possen Hoch in der Luft und zwar mit Glück, Bis auf ein kleines Mißgeschick. Er fiel herab in großer Eile Und knickte sich die Wirbelsäule. Der alte Narr! Jetzt bleibt er krumm So äußert sich das Publikum.

Wenn die Tante Adelheide Als Logierbesuch erschien, Fühlte Fritzchen große Freude, Denn dann gab es was für ihn.

Immer hat die liebe Gute Tief im Reisekorb versteckt Eine angenehme Tute, Deren Inhalt köstlich schmeckt.

Täglich wird dem braven Knaben Draus ein hübsches Stück beschert, Bis wir schließlich nichts mehr haben Und die Tante weiter fährt.

Mit der Post fuhr sie von hinnen. Fritzchens Trauer ist nur schwach. Einer Tute, wo nichts drinnen, Weint man keine Thräne nach.

Gestützt auf seine beiden Krücken, Die alte Kiepe auf dem Rücken, Ging durch das Dorf ein Bettelmann Und klopfte stets vergeblich an. Erst aus dem allerletzten Haus Kam eine gute Frau heraus, Die grad den dritten Mann begraben, Daher geneigt zu milden Gaben, Und legt in seines Korbes Grund Ein Brod von mehr als sieben Pfund... Continue reading book >>




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